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31.01.2019, 11:50 Uhr | Südkurier / Anita Reichart
Die Infrastruktur beginnt zu bröckeln: Wolterdinger Metzgereifiliale schließt
Die Filiale der Metzgerei Holwegler in Wolterdingen schließt ihre Pforten. Für den Ortsteil ein herber Verlust, reiht sich das Geschäft in etliche Schließungen. Die Nahversorgung wird problematisch
So langsam bröckelt die gute Infrastruktur in Wolterdingen: Seit kurzem ist es offiziell. Im Schaufenster der Metzgerei an der Hauptstraße, hängt ein großes Plakat, das darauf hinweist, dass die Filiale zum 2. Februar geschlossen wird.

20 Jahre hinter der Theke
Seit fast 20 Jahren stand Gertrud Glunz hinter der Theke, doch nun hat sie das Rentenalter erreicht. Umsichtig und engagiert hat sie all die Jahre "ihr Lädele" geführt. Die Wolterdinger Kunden mit viel Freude bedient und umsorgt. Jeder Kundenwunsch war für sie selbstverständlich und oft schon erfüllt, bevor er ihn äußern konnte. Und daran merkte man, dass sie sich bei ihrer Arbeit wohlfühlte.
Mit viel Herzblut hat sich Gertrud Glunz (links) um die Holwegler Metzgerei-Filiale in Wolterdingen gekümmert. Brigitte Schröter bedauert das Ende.
Fachwissen nicht zu ersetzen
"Die große Einsatzbereitschaft und ihr Fachwissen um Fleisch und Wurst sind leider nicht zu ersetzen. Daher mussten wir diese Entscheidung schweren Herzens treffen", erklärt Martina Holwegler, zumal die Wolterdinger auch hohe Ansprüche stellen würden, wie sie schon am eigenen Leib erfahren habe.

Zahl der Fleischereien sinkt
Solche Leute, also Fachkräfte, würden nicht auf den Bäumen wachsen. Die Personalsituation gebe es nicht her. Und dies würde noch schlimmer kommen wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Womit Martina Holwegler wohl ohne Frage recht hat. Denn wie dieser Tage bekannt wurde, geht aus der Antwort der Bundesregierung nach einer Kleinen Anfrage hervor, dass die Zahl der Fleischereien Ende 2017 von 3013 auf 2325 sank.

Ortsvorsteher kann es nicht verstehen
Ortsvorsteher Reinhard Müller kann es kaum verstehen. "Es ist sehr schade dass es keine Nachfolge gibt. Die gute Infrastruktur geht immer mehr kaputt", sagt der Noch-Ortschef. Für Herta Welte die mit ihrem Ehemann auch ein Ladengeschäft, jedoch mit anderem Sortiment betreibt, bedeutet dies ein herber Verlust, gerade für die älteren Bürger, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Auch Brigitte Schröter und Anneliese Riffel konnten es im ersten Augenblick nicht glauben, und sind Baff. Doch sie gönnen Gertrud Glunz den wohlverdienten Ruhestand. Jetzt, nachdem vor wenigen Wochen das kleine aber feine Schwarzwälder Spezialitäten-Geschäft eröffnet hat, dachte man, es kommt wieder mehr Leben ins Dorf, aber dem ist leider nicht so. Ende März 2014 hat das letzte Lebensmittelgeschäft im größten Donaueschinger Stadtteil seine Pforten geschlossen. Im Dezember des gleichen Jahres versuchte dann eine junge Frau mit einem kleinen Ladengeschäft ihr Glück. Doch schon nach wenigen Monaten musste sie aufgeben. Es hat sich für sie einfach nicht rentiert. Und nach nur 16 Monaten schloss der Nachbarschaftsmarkt Dold, Anfang Dezember 2017. Für eine Stellungnahme war Tobias Dold damals nicht zu erreichen.

Schließungen
Ende März 2014 hat das letzte Lebensmittelgeschäft im größten Donaueschinger Stadtteil seine Pforte geschlossen. Damals brach gerade für die ältere Generation eine kleine Welt zusammen. Ein einschneidender Moment für Wolterdingens Geschäftswelt war die Geschäftsaufgabe von Marlies und Bruno Mantel vor exakt zwölf Jahren. Damals verlor Wolterdingen nach 41 Jahren sein Lebensmittelgeschäft.
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