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17.05.2017, 16:40 Uhr | Schwarzwälder Bote / Anita Reichart
Freibad besteht schon seit 35 Jahren
"Nicht hupen, Fahrer träumt vom Wolterdinger Freibad": Aufkleber mit diesem Spruch waren vor über drei Jahrzehnten in Umlauf. Und der Traum ging in Erfüllung. Doch gäbe es nicht den Förderverein Schwimmsportfreunde, der nun in seinem elften Jahr wirkt, hieße es ganz bestimmt schon lange: "Ach, da war doch mal..." Klein, aber fein und vor allem familienfreundlich: Das ist das Freibad im größten Donaueschinger Stadtteil heute, das vor 35 Jahren nach langwieriger und kontroverser Diskussion samt Bürgerbefragung eröffnet wurde. Der Förderverein lädt aus diesem Anlass am Sonntag, 3. Juni, zu einer kleinen Jubiläumsfeier ein. Das heute solarbeheizte Wolterdinger Freibad ist ohne Frage eine Anlage mit einer wechselvollen Geschichte und war heftig umstritten. Am 13. August 1981 fand der Spatenstich für das Schwimmbad und den Umbau des ehemaligen Farrenstalls zum Umkleide- und Technikraum statt. Bis es aber soweit war, sorgte das Bad für Furore.
Die Fördervereinsspitze mit dem Vorsitzenden Werner Harder (rechts) und Vize Andreas Kromer, holt das Bestmögliche für das Freibad heraus. Beim kleinen Jubiläumsfest wird die neue Wasserrutsche ihrer Bestimmung übergeben.
Der Bau des Freibades war im Eingliederungsvertrag zwischen Donaueschingen und Wolterdingen im Jahr 1971 mit 820 000 Mark vereinbart worden. Die Stadt verpflichtete sich damals, das Vorhaben in einem Zeitraum von fünf Jahren nach Inkrafttreten der Vereinbarung in Angriff zu nehmen. Daraus wurde aber nichts, da andere dringende Maßnahmen in der Gesamtstadt nötig waren. Erst zehn Jahre später, im Jahre 1981, hatte der Donau¬eschinger Gemeinderat die Ausgaben dann bewilligt und nicht wenige Bürger waren daraufhin der Ansicht, man sollte den Bau des Bades nochmals überdenken. Denn dass die 1971 genehmigten 820 000 Mark im Jahr 1981 auf über 1,5 Millionen Mark verzinst worden waren, ändere nichts an den Folgekosten. Die Gegner des Projektes gaben auch zu bedenken, dass die tatsächliche Badezeit, ob das Freibad nun beheizt sei oder nicht, auf der Kälteinsel Baar nicht einmal drei Monate betrage. Hochinteressant war deshalb die Meldung, dass erstmals in der Geschichte des Landes Ortschaftsräte und deren Mitbürger bereit zu sein schienen, auf ein vertraglich abgesichertes Versprechen zu verzichten. Man dachte damals mehr an die Folgekosten, die auf 184 000 Mark gerechnet wurden, sowie an die allgemeine Kostensteigerung. Der Gemeinderat hat dann in seiner Sitzung vom 3. Juni 1981 beschlossen, in Wolterdingen eine Bürgerbefragung zum Freibad anzugehen, die aber vom heimischen Ortschaftsrat mehrheitlich abgelehnt wurde, weil der Badbau schon in der Selbstständigkeit geplant war und bei der Eingemeindung ein ausschlaggebender Bestandteil der Abstimmung gewesen ist. Der Gemeinderat war jedoch der Ansicht, dass eine Befreiung von der Vertragspflicht nur durch die Anhörung der Wolterdinger Bevölkerung selbst möglich sei. Einig waren sich die Räte auch darüber, dass im Falle der Ablehnung der Betrag von 1,2 Millionen Mark für ein anderes Projekt nach ihren Wünschen bereitgestellt wird. Bürger stimmen zu Am Sonntag, 14. Juni 1981, gaben dann 605 von 919 Wahlberechtigten ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 65,8 Prozent entsprach. Darunter waren 475 Ja-Stimmen, 127 Nein-Stimmen sowie drei Ungültige. Eine deutliche Mehrheit von 78,5 Prozent sprach sich somit für den Bau des Freibades aus. Nach fünf Monaten reiner Bauzeit war das Schmuckstück Schwimmbad fertig. Als denkwürdiger Tag ging dann der Pfingstsamstag 1982 in die Wolterdinger Geschichte ein, denn mit der Eröffnung wurde sozusagen der Schlussstrich unter den Eingemeindungsakt gezogen, und die Einweihung geriet zu einem kleinen Volksfest An Pfingstsonntag, 4. Juni, findet um 10.30 Uhr ein Gottesdienst im Schwimmbad statt, der von der heimischen Musikkapelle umrahmt wird, die auch danach noch zur Unterhaltung beitragen wird. Für Bewirtung ist gesorgt. Die Vereinsführung hofft, dass dank der zahlreichen Helfer für das Fest einen guten Verlauf nehmen wird.
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